Schlagwort: LokaleKunst

  • Quo Vadis Kunst oder Wo bleibt das Publikum?

    Die lokalen Kulturtage 2026 sind Geschichte und es war wieder eine zweischneidige Angelegenheit. Aber wie immer zuerst das Positive: Wir sind eine nette Truppe an Künstlern aus einem sehr weiten Spektrum. Ich durfte heuer meine Fotografien gemeinsam mit zwei sehr lieben und talentierten Künstlerinnen aus dem Bereich der abstrakten Malerei und dem Kunstdruck im „Epizentrum“ der Veranstaltung ausstellen – zumindest haben wir drei es so benannt! 😉

    Rund um uns gab es alles von Holz über Keramik, Modellbau und Glaskunst bis hin zu einem Instrumentenbauer, der Teilen alter Instrumente eine neue Form verleiht. Ein neuer Stand heuer war die Upcycling-Gruppe der Gemeinde mit ganz großartigen Produkten, die rein aus „Abfällen“ bestanden. Kurz gesagt: Ein riesiger Pool an Inspiration, Gemeinschaft und unkompliziertem Austausch auf Augenhöhe.

    Ein Hort der Inspiration

    Es ist immer wieder großartig zu sehen was andere im vergangenen Jahr gemacht haben. 2 Tage mit fachsimpeln über, zumindest für mich, neue Ideen und Techniken. Aquarylic Farbe und Drucke auf Folie aus dem Tetrapack waren z.B. komplett neu für mich aber inspirieren zum Ausprobieren.

    Ich konnte einige interessante Gespräche an meinem Stand führen. Auch ein paar (neue) Fotografiekollegen konnte ich begrüßen. Meine Auswahl hat recht gutes Feedback bekommen. Und meine Serie „La Danse des Sabines“ über die „tanzenden Wacholder“ auf ElHierro konnte ich zumindest ein mal verkaufen! In Wahrheit viel zu günstig aber es geht mir ja nicht in erster Linie um den Verkauf obwohl es mich natürlich freut und zumindest Essen und Getränke der 2 Tage für mich und meine Muse damit bezahlt waren! 🙂

    Mercy, mercy, mercy,…..

    Was mich doch verwundert, ist, dass nicht mehr Publikum zu so einer Veranstaltung kommt. Es gibt wohl keinen niederschwelligeren Zugang zu Kunst als diesen! Es ist keine Messe, für die man Eintritt bezahlen muss und wo man dann an jeder Ecke etwas aufgeschwatzt bekommt. Wir sind alle keine Profis. Wir sind alle erfahren und damit natürlich kompetent in unserem jeweiligen Genre, aber keine arroganten Snobs, die man sich nicht anzusprechen traut. Es wird auch dezidiert nicht als Verkaufsausstellung beworben – man darf aber verkaufen!

    Und wenn man schon nicht wegen uns bildenden Künstlern kommt: Es gab auch wieder ein tolles Rahmenprogramm. Am Samstag eine Lesung von Gedichten mit Musik, junge Musiker am Abend und am Sonntag eine Kindertanzgruppe sowie einen großartigen Jazzbrunch. Ich sag nur: Mercy, Mercy, Mercy…

    Ein Plädoyer für die Kunst!

    Machen wir weiter? Wenn es nach mir geht: ein klares Ja! Es ist einfach ein schönes Treffen der Künstler aus der näheren Umgebung. Ich fühle mich in dieser Gesellschaft sehr wohl. Und obwohl ich erst kurz dabei bin, fühlt es sich an, als wäre ich es schon ewig. Wir könnten das alles auch nicht alleine und ohne die Unterstützung der Gemeinde stemmen.

    Was das Publikum betrifft, stütze ich mich auf meine stoische Grundhaltung: Ich mache das, was in meiner Sphäre liegt. Ich stelle meine Kunst und Expertise zur Verfügung, schaffe Schönes und knüpfe Bande! Der Rest liegt nicht mehr in meiner Macht. In zwei Wochen ist die Nachbesprechung, und da werden wir bereits die ersten Ideen für das kommende Jahr diskutieren. Ich freue mich jedenfalls darauf!