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  • Ist das Kunst oder kann das weg?

    Eine Frage der Definition

    Dieser Beitrag entstand anlässlich eines Artikels in der österreichischen Tageszeitung DerStandard1. Darin wurde – zuweilen recht ironisch – der Frage nachgegangen, ob Prominente, die sich auch in der bildenden Kunst erfolgreich betätigen, ihren Erfolg tatsächlich ihrem künstlerischen Talent verdanken oder ob sie ihn letztlich nur ihrer Prominenz zu verdanken haben.

    Natürlich ging es dabei auch wieder um eine grundlegende Begriffsklärung: Was ist Kunst überhaupt – und wer definiert, was als Kunst gilt?

    Oft steht jemand vor einem modernen Kunstwerk und bringt lautstark seine Meinung zum Ausdruck: Er selbst oder seine zehnjährige Nichte hätten das wohl ebenso gut zustande gebracht! Da bleibt als Replik eigentlich nur:

    „Ja, vielleicht. Aber haben Sie es auch getan?“

    Wer entscheidet, was Kunst ist?

    Wer entscheidet nun also, was Kunst ist? Ich würde mich gerne jener Meinung anschließen, der zufolge das nur der Schöpfer eines Kunstwerks selbst bestimmen kann, indem er sein Werk als Kunst bezeichnet.

    Wer sollte es denn sonst definieren? Eine staatliche Kommission, eine Volksabstimmung oder gar der Kunstmarkt? Würde jeder für sich eine verbindliche Definition aufstellen, hätten wir am Ende Millionen verschiedener Definitionen – was nicht unbedingt sinnvoll wäre.

    Und wie käme ich dazu, einem anderen Menschen zu erklären, dass das, was er geschaffen hat, keine Kunst sei?

    Etwas als Kunst zu bezeichnen, sagt schließlich noch nichts darüber aus, ob und welchen Eindruck das Werk bei seinen Betrachtern hinterlässt. Schon gar nicht sagt es aus, ob es sich auf dem Kunstmarkt wirtschaftlich verwerten lässt. Dabei hilft es natürlich schon, wenn man Johnny Depp oder Sharon Stone heißt!

    Oft heißt es, Kunst brauche Rezipienten, also Betrachter oder ein Publikum. Aber auch hier stellt sich die Frage: Wo liegt die Grenze? Sind es zehn oder 1.000 Menschen, eine Million – oder reicht am Ende ein einziger Millionär?

    Und seien wir ehrlich: Ein Kunstwerk hat immer zumindest einen Rezipienten – seinen Schöpfer selbst.

    Natürlich kann und soll jeder für sich selbst Kriterien entwickeln, anhand derer er beurteilt, ob ihn ein Kunstwerk anspricht oder ihm gefällt. Für mich persönlich habe ich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aus den unzähligen Erklärungsversuchen berufener und weniger berufener Stimmen folgende Kriterien zusammengestöpselt.

    Meine drei Kriterien für Kunst

    1. Die Intention

    Der Schaffensprozess erfolgt aus einer bewussten, freien Entscheidung heraus. Diese Entscheidung verleiht dem Objekt einen Gehalt höherer Ordnung.

    Marcel Duchamp provozierte und revolutionierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kunstwelt, indem er beispielsweise ein handelsübliches Urinal signierte und es in einem Kunstkontext ausstellte.2 Seine sogenannten Readymades machten ihn weltberühmt und wirbelten den etablierten Kunstbegriff gehörig durcheinander.

    2. Die Ausführung

    Zur Kunst gehört für mich auch die konkrete Ausführung: die Wahl des Mediums und der Werkzeuge sowie der bewusste Umgang mit ihnen.

    In der Fotografie sind das zum Beispiel die Bildkomposition und der Bildausschnitt, die Lichtführung, aber auch die Wahl der Nachbearbeitung, des Druckverfahrens und des Papiers. Es geht also nicht nur um die Idee, sondern auch darum, wie diese Idee umgesetzt wird.

    3. Die Verantwortung

    Die schaffende Person muss in der Lage sein, Verantwortung für ihr Werk zu übernehmen. Diese Verantwortung umfasst eine rechtliche, eine gesellschaftliche und vor allem auch eine ästhetische Dimension.

    Die schaffende Person sollte zumindest theoretisch erklären können, was ihre Intention war und warum sie die gewählten Mittel eingesetzt hat.

    Hier liegt meiner Meinung nach auch eine elegante Abgrenzung zu Werken, die von künstlicher Intelligenz geschaffen wurden. Dazu aber vielleicht mehr in einem späteren Beitrag.

    Kopf, Herz und Bauch

    Mein persönliches Kunstverständnis lässt sich aber auch einfach zusammenfassen:

    Ein Kunstwerk muss an meine drei „Kontrollzentren“ andocken – an den Kopf, das Herz und den Bauch. Am besten wirkt es auf alle drei gleichzeitig.

    Das heißt: Es muss mich intellektuell herausfordern und emotional bewegen – unabhängig davon, ob diese Wirkung positiv oder negativ ausfällt.

    Diese Welt kann nicht genug Kunst haben! Also seid nicht schüchtern und bezeichnet eure Kunst auch als solche. Mehrt das Schöne und knüpft neue Bande!

    1. https://www.derstandard.at/story/3000000336045/von-johnny-depp-bis-ed-sheeran-diese-promis-machen-auch-kitsch-aeh-kunst ↩︎
    2. https://en.wikipedia.org/wiki/Fountain_(Duchamp) ↩︎
  • Ein Neubeginn

    Jetzt ist sie also online, die neue Homepage! Und ich muss sagen, ich bin ein bisschen stolz auf mich! Aber fangen wir vorne an.

    Der Rückzug aus den großen Netzwerken

    Vor knapp zwei Jahren habe ich meine Social-Media-Aktivitäten radikal eingestellt. Es war einfach zu anstrengend mit den Algorithmen und dem damit einhergehenden Content, der dir in die Timeline gespült wird. Man könnte ja echt meinen, die Welt steht knapp vor dem Untergang!

    Allerdings wollte ich doch nicht ganz auf die Fotografie verzichten – also das Herzeigen und Diskutieren derselbigen. Und da lief mir Bluesky über den Weg! Mittlerweile sind wir hier eine kleine, aber feine Community von unter anderem Fotografie-Begeisterten. Und das Ganze läuft völlig ohne Weltuntergangsstimmung ab. Schaut gerne mal vorbei!

    Inspiration durch die Bluesky-Community

    Auf Bluesky tummelt sich vom Profi bis zum Knipser die gesamte Range. Keiner will dem anderen erklären, wie etwas auszusehen oder zu funktionieren hat. Das ist sehr erfrischend.

    Manche betreiben auch ihre eigene Webseite. Eine davon möchte ich heute vor den Vorhang holen, weil sie mich so inspiriert hat, dass ich heute diese Zeilen auf meiner eigenen neuen Homepage schreibe: Es ist die Seite von Mike Hindle (mikehindle.uk). Sie ist vor allem deswegen großartig, weil sie sich auf das Wesentliche reduziert: Bild und Text. Kein Bling-Bling, keine flashy Animationen und vor allem keine Werbung! Nur die nackte Information. Bitte schaut bei ihm vorbei und seht euch das an!

    Weg vom Ballast, hin zum Minimalismus

    Ich hatte schon eine Website. Die lief auch bereits unter WordPress, war aber hoffnungslos überladen und damit auch hinsichtlich der DSGVO – sagen wir – bedenklich! Mikes Seite hat mir gezeigt, wie es auch gehen kann.

    Einfache Strukturen mit dem Standard-Theme „TwentyTwentyFive“ und so gut wie keine Plug-ins. Der wesentliche Vorteil an WordPress ist, dass man wirklich frei in seinen Entscheidungen ist. Dafür ist es zwar nicht so einfach zu bedienen wie so manche Fotohomepage im Baukastensystem (wie WIX, Zenfolio & Co.), aber dort ist man am Ende immer irgendwie auch selbst das Produkt.

    Der Weg zur fertigen Website (und wie KI geholfen hat)

    WordPress erfordert dagegen etwas Know-how; man muss sich intensiver damit beschäftigen. Ich habe die Seite komplett unter einer lokalen WordPress-Oberfläche aufgebaut und sie dann in einem Rutsch (na ja, zumindest fast) auf meine bestehende Domain unter WordPress übertragen.

    Und da hatten wir plötzlich auch einen sinnvollen Anwendungsfall für eine KI! Die kann dich nämlich an der einen oder anderen technischen Klippe herummanövrieren. Ich werde dazu noch mal gesondert etwas schreiben. Jetzt bin ich erst mal zufrieden, die Seite im Netz zu haben – danke, Mike!